Ein Beitrag unseres Gemeinderats und Referenten für Energie und Umwelt Dipl. Met. Frank Bandle
(Die Abstimmung war am Ende einstimmig für Offenlegung der Planung für die Bürger bis 6.1.2026 wie sie vorliegt: https://www.neufahrn.de/umwelt-bauen/energie-und-klima/interkommunale-waermeplanung/. Beschlussfassung zur kommunalen Wärmeplanung ist dann für die Januarsitzung (26.1.2026) geplant.)
Vielen Dank Frau Piegsa und Herr Gottschalk für das umfassendes Werk zur kommunalen Wärmeplanung Neufahrn. Und nicht zu verschweigen diese umfangreichen kommunale Wärmeplanung kostet richtig Geld. An dieser Stelle geht der Dank an Herrn Mahl, den Geschäftsführer unseres Zweckverbandes Versorgung und Verkehrsbetriebe, dafür, dass wir schon frühzeitig die Zeichen der Zeit erkannt und die Planung auf den Weg gebracht haben. Wir gehören zu den paar Gemeinden die früh genug dran waren, dass wir 90% dieser gesamten Planung gefördert bekommen. Das kann man in der aktuellen Zeit knapper werdender kommunaler Finanzen gar nicht laut genug betonen.
Das Ziel ist klar und vorgegeben, wir müssen und wollen bis 2040, eher noch früher, aber dann doch spätestens 2045 CO2- neutral sein. Je früher wir die die DEKARBONISERUNG abschliessen desto besser, nicht nur fürs Klima, sondern auch für unsere Finanzen. Von der aktuellen Emmisionsquote, wie im Bericht gesehen, müssen wir ab sofort jedes Jahr um 5% der CO2 Emissionen runter. Das ist sportlich, aber machbar.
Diese kommunalen Schritte sind wichtiger denn je. Nach der ernüchternden Klimakonferenz von Belem in Brasilien (COP30), hier sitzen schon seit Jahren zu viel unterschiedliche Interessen am Tisch, muss es heißen kommunal, lokal geht voran.
Eine COP 30 ohne Ergebnis damit sind wir Klimaforscher uns einig: Auch Ottmar Edenhofer, Direktor vom Potsdam Institut für Klimaforschung, sagte die Tage im Interview, dass das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens wahrscheinlich nicht mehr zu erreichen ist. Er betont, aber auch, dass man sich darauf vorbereiten müsse, die Erwärmung dennoch so niedrig wie möglich zu halten. Wir prognostizieren statt 1,5 aktuell einen Range von 2,8 bis 3,2 Grad.
Und das ist der Punkt, gerade deshalb ist diese kommunale Wärmeplanung als Fahrplan, als Pfad, als Inventur so immens wichtig für uns. Wir kennen nun unseren Bestand und wissen wo was möglich ist und, viel wichtiger, wo was nicht möglich ist. Konkret: Fernheizung, Wärmenetz ja oder nein?
Ich will hier gar nicht in die fachlichen Details einsteigen, das würde sonst eine Vorlesung werden …. Ganz wichtig ist, dass wir als Gemeinderat heute beschliessen die Ergebnisse der Neufahrner kommunalen Wärmeplanung jetzt öffentlich auszulegen und unsere Neufahrnerinnen und Neufahrner, inclusive den Ortsteilen mitzunehmen. Damit haben wir alle über Weihnachten die Zeit um sich dem ganzen anzunehmen.
Zum Abschluss noch: Es wird ein Marathon! Unsere kommunale Wärmeplanung und dann auch Ihre Umsetzung werden uns ab heute die nächsten 20 Jahren beschäftigen. Um so wichtiger ist, dass wir jetzt, zum Start, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mitnehmen.
Für alle Immobilien gilt: jede ist einzigartig und keine gleicht der anderen. Jede ist für sich zu betrachten. Das Ganze ist ein Angebot, es ist kein „muss“, es ist ein „kann“. Wie gerade gesagt, es beginnt jetzt und wird gut 20 Jahre in Anspruch nehmen – 2045, besser früher, wollen wir es geschafft haben. Ich kann nur an alle appellieren: machen Sie mit, jeder in seinem Tempo, aber nutzen Sie das Angebot.
in Hetzenhausen haben der Ortssprecher Herr Ziegeltrum und ich bereits vor ein paar Wochen eine Infoveranstaltung im kleineren Kreis zu diesem Thema gemacht. Ich kann nur sagen, das war richtig gut und richtig konstruktiv. Von meiner Seite aus kann ich es nur anbieten – das Know-How ist vorhanden. Auch unser Klimaschutzmanager Herr Habermayer kann Ihnen Auskunft geben.