Neufahrn überprüft Personalstruktur mit Weitblick – Gemeinsam Zukunft gestalten

Ein Beitrag unserer Gemeinderätin Melanie Fischer

Unsere Gemeinde steht, wie viele Kommunen in Bayern, vor großen finanziellen Aufgaben. Stetig wachsende staatliche Anforderungen bei gleichzeitig begrenzten Budgets fordern kreative und solide Lösungen. Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eine umfassende, strukturelle Überprüfung des Stellenplans beschlossen. Der Kern des Beschlusses: Die Personalkosten bilden mit rund 13 Millionen Euro für das Jahr 2026 den größten Block im Verwaltungshaushalt. Um die Finanzen langfristig zu stabilisieren, hat Bürgermeister Iyibas vorgeschlagen, freiwerdende Stellen bis zu den Haushaltsberatungen 2027 vorerst nicht nachzubesetzen. Wichtig für alle Bürgerinnen und Bürger: Die gesetzlichen Pflichtaufgaben und die Funktionsfähigkeit der Verwaltung sind absolut gesichert. Ausgenommen von diesem vorläufigen Stopp sind Stellen zur Vermeidung wirtschaftlicher Schäden, gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben, Rückkehrende aus Elternzeit oder Krankheit, die Übernahme von Auszubildenden.

Die grüne Perspektive: Für eine gesunde Struktur und starke Mitarbeitende. Als Grüne Fraktion Neufahrn begrüßen wir den Ansatz, den Stellenplan grundlegend und ergebnisoffen auf Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Eine moderne Verwaltung muss sich immer wieder hinterfragen. Wir haben uns in der Debatte jedoch für eine vorsichtigere Herangehensweise starkgemacht. Uns war es wichtig, zwei zentrale Aspekte getrennt voneinander zu betrachten: Die absolut sinnvolle strukturelle Überprüfung auf der einen Seite und den pauschalen Verzicht auf Nachbesetzungen auf der anderen Seite. Unser Antrag auf getrennte Abstimmung wurde leider abgelehnt. Warum uns das wichtig gewesen wäre:

  1. Fürsorge für das Team: Wir möchten verhindern, dass durch unbesetzte Stellen der Druck auf die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus zu groß wird.
  2. Service für die Bürger: Gleichzeitig wollen wir sicherstellen, dass erweiterte Öffnungszeiten und der Service für die Bürger nicht unter einer dünneren Personaldecke leiden.
  3. Glaubwürdigkeit als Arbeitgeber: Neufahrn hat sich erfolgreich als attraktiver Arbeitgeber positioniert. Ein faktischer Einstellungsstopp muss gut austariert sein, um diese Erfolge nicht zu gefährden.

Positiver Blick nach vorn: Trotz unserer Bedenken blicken wir positiv auf das Gesamtziel. Der Beschluss wurde bei nur einer Gegenstimme mit großer Mehrheit angenommen. Die Verwaltung wird nun bestehende Gutachten nutzen, um bis 2027 ein zukunftsfähiges Personalkonzept vorzulegen. Wir Grünen werden diesen Prozess konstruktiv begleiten. Unser Ziel bleibt eine Verwaltung, die sowohl finanziell gesund als auch einen gesunden, attraktiven Arbeitsplatz bietet – für ein starkes Neufahrn!