Ein Beitrag unseres Gemeinderats Frank Bandle
Vielen Dank an die SPD für den Antrag zum Hitzeschutzkonzept, das ist voll umfänglich zu unterstützen.
Wir Meteorologen haben heute zum 31. August – klimatologisch Sommerbilanz gezogen. Ich könnte jetzt einen ganz langes Plädoyer zu Klimaanpassung / Veränderung etc. halten .. das werde ich nicht, zumal allen die Fakten bekannt sind.
Nur zwei Parameter für Sie alle hier um das Ausmaß der Hitze des ganzen Sommers klar zu machen:
1. Anzahl Hitzetage -> Tage heißer 30 Grad
2. Anzahl Tropennächte -> Nächte an denen es über 20 Grad warm bleibt
Wir vergleichen das 30-jährigen Mittel (1991 bis 2020) – hier waren im Schnitt bei uns 9 bis 10 Hitzetage pro Jahr zu erwarten und Tropennächte waren nicht zu erwarten bzw. höchstens mal EINE. Das hat sich in den letzten Jahren massiv verändert: ein kurzer Blick auf die letzten 5 Jahre:
2022 -> 20 Hitzetage, Zunahme: +100%
2023 -> 16 Hitzetage, Zunahme: +60%
2024 -> 32 Hitzetage, Zunahme: +220%
2025 -> 20 Hitzetage, Zunahme: +100%
2026 -> 38 Hitzetage, Zunahme: +280%
Tropennächte: normal keine bis maximal „mal“ eine !
2026 -> 7 Tropennächte
Ohne den Klimawandel wäre die Hitzewelle 2026 in diesem Ausmaß, statistisch und auch real, unmöglich gewesen.
Hitze ist die eines Seite, daher auch dringend ein Hitzeaktionsplan – ja das sollten wir angehen. Auf der anderen Seite ist eine immer wärmere Atmosphäre mit immer mehr „Energie“ aufgeladen. D.h. die Wetterextreme werden zunehmen! Wir erwarten deutlich mehr Starkregen-Ereignisse, mehr Hagelereignisse und im Winter durchaus mal extremen Frost oder kurzfristig starke Schneefallereignisse.
Das alles ist kein Widerspruch, sondern die Konsequenz aus einer wärmeren, energieaufgeladenen Atmosphäre. Die Ausschläge des Wetters werden an Intensität und Stärke zunehmen. Das betrifft alle Elemente, auch den Wind, den Niederschlag, die Temperatur.
Insofern benötigen wir ein Gesamtkonzept – ein Klimaanpssungskonzept für Neufahrn und die Ortsteile. Hier ist das Klimaanapssungskonzept des Lkr. Freising ein guter Startpunkt.
Kurzfristige Maßnahmen zum Hitzeschutz für dieses Jahr braucht es nicht mehr. Aber ins nächste Jahr sollten wir startklar sein. Nichts desto trotz sind die vorgeschlagenen Kurzfristmaßnahmen zu prüfen: Nebelduschen / temporäre Grünoasen. Keine große Hoffnung habe ich, dass uns die Luftwäscher aus der Coronazeit, die wir für eine 3/4 Mio Euro angeschafft haben, weiterhelfen.